Abschlussbericht ‘Lettland-Gruppe-Narica’

Über Pfingsten endete für eine hoch motivierte Gruppe von Kindern, Jugendlichen und erwachsenen Betreuerinnen aus Lettland eine spannende Woche im oberen Bodenseegebiet. Nachdem sie nach einer anstrengenden Fahrt von rund 2000 Km am Sonntag, den 5. Juni, vom Projektleiter, Felix Stoffel, und dessen Stellvertreterin, Sandra Zellweger, spätabends in Lindau in Empfang genommen worden waren, ging es noch einmal ein gutes Stück durch das Dreiländereck. Übernachten durften die Letten nämlich im schönen Heim des Rheintaler Unternehmerehepaars, Marina und Oskar Köppel, Leiter der Schweizer Niederlassung des Deutschen Endoskopie-Konzerns Storz. Sie boten damit ein grosszügiges Herzstück des Projekts.

Jeden Morgen gab’s zunächst ein herzhaftes Frühstück in Widnau, um dann gleich darauf gestärkt nach Lindau in die dortige Strukturistische Kunstschule zu fahren. Unter der fachkundigen Leitung von Laila Capadrutt erhielten die lettischen Teilnehmerinnen kostenlos einen täglichen Kurs in dieser neuartigen und faszinierenden Malerei. So entstanden tolle Bilder, die ab jetzt in der Malschule besichtigt werden können.

Das Mittagessen fand jeweils im Lindauer Restaurant ‚Treffpunkt Zech’ statt. Diese Mahlzeiten wurden von den Lindauern Rainer und Monika Hellwig vermittelt und freundlicherweise von der Stadt Lindau (namentlich über Petra Schönherr organisiert) bzw. vom verantwortlichen Verein getragen, sowie vor Ort von Gaby Zobel und dem Küchenteam aufs Beste ausgerichtet. Die Qualität des Essens bestätigt sich durch folgende Anekdote: Ludmila Narica, eine der ehrenamtlichen Betreuerinnen aus Lettland, befürchtete, dass die Nahrung aus der Tiefkühltruhe kommen könnte und über Mikrowelle aufgewärmt sei. War sie doch stets dafür besorgt, dass sich ihre lettischen Schützlinge auch wirklich gesund ernähren. Als sie sich dann persönlich davon überzeugen konnte, dass das servierte Essen frisch und fein zubereitet worden war, verspeiste sie selbst das ganze Menu komplett ebenso mit Gusto, wie der Rest der Gruppe.

An den Nachmittagen besuchten die Kinder jeweils ein paar der interessanten Angebote aus unserer Gegend. So etwa das anregende Naturmuseum ‚inatura’ in Dornbirn oder eine lustige Rundfahrt mit der MS ‚Bayern’ der Schiffsbetriebe Wiehrer.

Da sich das Wetter vergangene Woche nicht eben von seiner besten Seite zeigte, fiel der für Dienstag geplante Badeplausch in einer der umliegenden Badeanstalten leider ‚ins Wasser’.

Es wären aber keine echten Mädchen, wenn sie sich nicht zu helfen gewusst hätten. Wollten doch zumindest alle jugendlichen Teilnehmerinnen der Lettland-Gruppe ein typisches hiesiges Einkaufszentrum sehen, um dort die neuesten Modetrends zu begutachten. Also besuchten sie den Lindau-Park am Berlinerplatz und erstanden sich später auch noch ein  paar Souvenirs auf der Lindauer Insel.

Anschliessend gab es ein wunderbares Abendessen im ‚Bodolzer Dorfstüble’. Dieses wurde von Silvia Stockhammer, einer emsigen Strukturistischen Malerin, und ihrem Gatten Ralf gestiftet. Den Letten mundete alles so gut, dass sie an diesem Abend erst spät wieder nach Widnau zurück gelangten.

Am Tag darauf ging es dann per Bahn auf den Pfänder. Diesen Ausflug ersehnten die Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen aus Lettland besonders. Hatten sie nämlich, ausser dem Leiter der Gruppe, Pavel Narica, noch nie zuvor Erhebungen solcherart, geschweige denn Berge so nah erlebt. Leider spielte das Wetter erneut nicht mit, sodass der Besuch der Vogelschau schon nach zehn Minuten abgebrochen werden musste. Die Letten hatten, obschon man es ihnen vor der Reise mehrmals ans Herz gelegt hatte, erst noch zu wenig wettertaugliche Kleidung dabei. Dies, weil sie es nicht glauben konnten, dass es bei uns im ‚Süden’ doch so kühl sein könnte.

Nichtsdestotrotz führten die besorgten Begleiter, Judith Capadrutt aus Lindau und Daniel Sommer aus Bischofszell (dem Sponsor jenes Nachmittags), die Gruppe sicher wieder nach unten zu einem weiteren kulinarischen Highlight im Berggasthof Fritsch in Lochau. Das ausgezeichnete Essen wurde den Lettländern von Diana und Thomas Fritsch gespendet.

Am Donnerstag ging es gleich nach dem Malen und dem Mittagessen nach Baind auf den Reiterhof ‚Strodel’. Dort gab es den ganzen Nachmittag durch Reitstunden, welche von der bekannten Lindauer Reitlehrerin, Ellen Stoffel, nicht nur durchgeführt, sondern auch gestiftet wurden. Ihr zur Seite standen die Studentin Onna Rageth, wohnhaft in Lindau und ebenfalls passionierte Reiterin, sowie Elisa Wahlpahl, eine ambitionierte Reitschülerin aus Neuravensburg.

Am Abend fand im Hause Köppel in Widnau ein grosses Grillfest statt. Dort fanden sich auch ein paar Mitglieder des Schweizerischen Druidenordens (www.sdo.ch) ein, welche die gesamte Woche mit ihren Spenden prinzipiell ermöglichten.

Denn in Widnau findet zur Zeit die Gründung einer neuen Logen-Institution für das Rheintaler und Vorarlberger Gebiet statt. Die verantwortlichen Mitglieder, welche sich die Unterstützung sozialer Werke auf die Fahnen geschrieben haben, wählten dieses erste Projekt daher aus, weil die in Rezekne im Freistaat Latgale ansässige, lettische Organisation der Familie Narica Ideale und Ziele verfolgt, welche von der Widnauer Salix-Alba-Loge als unterstützungswürdig befunden werden. Die Naricas sind nämlich seit langem bestrebt, lettischen Kindern und Jugendlichen, welche ansonsten den Zugang nicht so ohne weiteres dazu haben, eine kulturelle, insbesondere künstlerische Förderung angedeihen lassen. Etliche Druiden-Mitglieder aus Zürich, aus der Ostschweiz und aus dem Süddeutschen Raum trugen mit ihren Geldspenden zum grossartigen Gelingen des Projekts bei. Eine besondere Bescheidenheit zeigt sich darin, dass sie ihre Beiträge diskret leisteten, ohne namentlich erwähnt sein zu wollen.

Der Abschluss dieser umtriebigen Woche wurde gleich mit mehreren Anlässen gekrönt. Zunächst gab es zahlreiche Abschiedsgeschenke. Etliche Sponsoren, so etwa Amnesty International Lindau (Rainer Hellwig), Claudia Drexler aus Achberg, Hanspeter Hoffmann aus Liechtenstein und Wolfgang Gröger aus Lindau sorgten dafür, dass die Letten nicht mit lehren Händen zurück fahren mussten. Unter anderem gab es ein komplettes Mal-Set für alle Teilnehmerinnen. Hier erwähnt soll auch der Beitrag des Internationalen ZuozClubs erwähnt werden, der durch die Vizepräsidentin, Bettina Schlumpf aus Chur, ermöglicht wird.

Zum Mittagessen ging es dann nach Bad Ragaz in die mittlerweile Europaweit bekannte Raststätte ‚Heidiland’ (die lettländischen Gäste waren ein wenig erstaunt darüber, wie teuer man dort isst. Ohne die finanziellen Beihilfen hätten sie sich so ein Mittagessen nie leisten können). Anschliessend folgte man einer Einladung des Oberstufenzentrums Bad Ragaz, wo das hundertfünfzig-jährige Jubiläum gefeiert wurde. Die Letten wurden vom dortigen Schulratspräsidenten, Hansjörg Hürlimann, persönlich willkommen geheissen. Von der Schulleitung erhielten alle wieder kleine Präsente und typische Mitbringsel, für welche sich die lettischen Kinder und Jugendlichen mit einer verblüffenden Tanz- und Gesangseinlage auf der Bühne bedankten. Die Bad Ragazer Schulgemeinde zollte ihnen dafür viel Applaus.

Man hatte nun genügend Zeit, um gemütlich durch das schöne Bad Ragaz zu schlendern. Die Bäderanlage mit all den schmucken Hotels und dem Golfplatz machten den Besuchern Eindruck. Als sie dann ins Schlosshotel Ragaz gelangten, welches so imposant inmitten der aufragenden Berge über dem Dorf thront, waren sie vollends begeistert. Die Direktorin, Barbara Zettel und ihr Ehemann Patrick, offerierten ein Abendessen, welches einen mehr als würdigen Abschluss für diese einzigartige Ferienwoche bildete.

Am Samstagnachmittag traten die lettischen Gäste und mittlerweile Freunde dann alle müde, aber glücklich, ihre zweitägige Rückreise nach Lettland an.

Der eindrückliche Aufenthalt der Lettischen Gruppe fand überall viel Beachtung und bleibt den involvierten Teilnehmern bestimmt gut im Gedächtnis. Allen im Hintergrund Mitwirkenden sei an dieser Stelle nochmals herzlich für den selbstlosen Einsatz gedankt.

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