Die Praxis der Strukturistischen Kunstlehre basiert auf einem leicht zu erlernenden Aufbau systematisch ineinander verwobener Farbschichten. Gerade bei der Technik unterscheidet sich die Strukturistische Kunstlehre von klassischen Malstilen und –schulen.
Als Einstieg beschäftigt man sich mit der Handhabung verschiedener Malstoffe (in erster Linie Acrylfarben, Grafit-, Filz- und Farbstifte, sowie Ölkreiden). In den letzten zwanzig Jahren hat sich die Farbindustrie weiter entwickelt, sodass die heutigen Acrylfarben bestens als Basis geeignet sind.
Ausserdem wird der Umgang mit unterschiedlichen Pinsel- und Spachteltechniken geübt. Deckende Abschnitte, lasierende (durchscheinende) Flächen, bestehende Ornamente und individuell gezeichnete Muster werden schrittweise und Schicht für Schicht ineinander verarbeitet.
Aufgrund der Sogwirkung des Malkartons werden die Wasseranteile, die sich beim Malprozess noch in den Farben befinden, allmählich herausgelöst. Dank dieser Verdunstung werden mikroskopisch kleine Hohlräume frei, in die das Licht eindringen kann. Durch dieses einfache physikalische Phänomen wird die Tiefenwirkung und einzigartige Leuchtkraft eines Strukturistischen Bildes erzeugt.
Da der Prozess des Verdunstens der Wassermoleküle und des immer feiner einfallenden Lichtes lange andauert, erhalten Strukturistische Werke Ihre größte Ausdruckskraft oft erst mit den Jahren.
Durch diese Technik entstehen in kurzer Zeit höchst eigenständige und interessante Werke.
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